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Henri Iglésis erweckt seine „Little Men“-Skulpturen zum Leben

Aktualisiert: 10. Feb.

Zwischen Werkstattkunsthandwerk und zeitgenössischer Kunst formt Henri Iglésis eine eigene Welt. Geboren aus einem familiären metallurgischen Know-how und einer einzigartigen erfinderischen Geste, hat der katalanische Künstler eine Signatur geschaffen, die ebenso kühn wie verspielt ist: die der geblasenen Metallplatten. Im Herzen dieses von Menschlichkeit erfüllten Universums steht seine Lieblingsfigur, der „Little Man“, ein fröhlicher Wächter aus Metall und Luft.


Henri Iglésis vor einer Skulptur der „Little Men“
Henri Iglésis vor einer Skulptur der „Little Men“

Eine Erfindung, geboren aus einem Wirbelsturm und einem Zufall


Die Geschichte beginnt in den metallurgischen Werkstätten von Perpignan, wo Henri Iglésis, geboren 1964, von Kindesbeinen an in den Klang von Hämmern und den Geruch von heißem Eisen eingetaucht war. Als Enkel eines Schmieds und Sohn eines Drechslers und Werkzeugmachers erlernte er natürlich den Beruf des Kesselschmieds und Schweißers. Doch unter dieser technischen Strenge liegt eine grenzenlose Fantasie.


2008 geschah das Wunder: Beim Versuch, eine Büste als Geschenk für seinen Sohn zu schaffen, hatte Henri Iglésis eine ungewöhnliche Idee: zwei Metallplatten zusammenzuschweißen und dann Druckluft hindurchzublasen. Unter dem Druck wölbt sich das Blech, nimmt Form an … und wird, einmal bemalt, zu einer Pop-Art-Skulptur. Der künstlerische Zufall – manchmal wörtlich, wie beim 1,5 Meter hohen Metall-Zypressenbaum, der explodierte und ihm das Handgelenk brach – verwandelte sich in eine Erfindung: Das Geblasene Blech war geboren. Allmählich machte er es zu seiner Haupttätigkeit und wurde Vollzeitkünstler.


Heute bildet diese Technik des geblasenen Blechs, die patentiert ist, das Fundament all seiner Arbeiten. Der Künstler sieht darin ein fruchtbares Paradoxon: die Härte und Steifigkeit des Metalls mit der fast kindlichen und poetischen Sanftheit der Kurven seiner Kunstwerke zu verbinden – Steifheit mit Leichtigkeit, Industrie mit Organik.


Der „Little Man“: Eine universelle Figur


Durch diese Experimente entstand eine wiederkehrende Skulpturenform: ein kleiner, stilisierter Charakter mit ausgestreckten Armen und rundlichem Körper, manchmal lächelnd, stets verspielt und oft farbenfroh. Mit dem Namen „Little Man“ wurde er zum Maskottchen des Künstlers, zu seinem ikonischen Pop-Art-Werk, zu seinem geblasenen Metall-Alter Ego. Diese Figur allein verkörpert die gesamte Intention von Henri Iglésis: ein zugängliches, freudvolles Pop-Art-Werk zu schaffen, das sofort von möglichst vielen Menschen verstanden wird.


Inspiriert von der kindlichen Silhouette der „Strichfigur“ spricht diese Figur das kollektive Unterbewusstsein an. Sie ruft Kinderspiele, naive Piktogramme und universelle Formen in Erinnerung. Fernab von elitärer Kunst demystifiziert der „Little Man“ im Gegenteil zeitgenössische Skulptur, indem er Zärtlichkeit und Humor einfließen lässt. Ein Schuss Glück und positive Alltagsenergie.


Eine Technik, die Strenge und Fantasie verbindet


Jede Skulptur entsteht durch einen anspruchsvollen Prozess. Die Metallplatten werden zugeschnitten, sorgfältig von Hand verschweißt und dann mit Hochdruckluft aufgeblasen. Diese Kraft ist nicht trivial: Sie erweckt das Material zum Leben, stellt jedoch erhebliche physische Anforderungen. Die Luft prallt gegen die Schweißnähte, sucht sich einen Weg nach außen und erzeugt unerwartete Formen, die der Künstler zu beherrschen lernt, ohne sie jemals vollständig zu kontrollieren. Jede so entstandene Arbeit ist einzigartig; ein identisches Werk wird es nicht geben, da die Deformationen während der Hochdruckaufblasung zufällig und für jede Kreation unterschiedlich sind.


Henri Iglésis betont diesen semi-zufälligen Charakter: „Ich entscheide nicht alles, es ist das Metall, das auf mich reagiert. Jede Skulptur hat ihre eigene Persönlichkeit, ihren eigenen Atem.“ Das Werk wird abschließend koloriert: lackiert, mit matter Lasur oder satinierter Patina. Die Arbeiten sind in einer kühnen Farbpalette erhältlich: flamboyantes Rot, Kleinblau, Candy Pink, leuchtendes Orange und tiefes Schwarz.


Ein Werk voller Freude und Poesie


Was einem an den „Little Men“ zunächst auffällt, ist ihre Fähigkeit, ein Lächeln hervorzurufen, Freude und Gelassenheit beim Betrachter zu erzeugen. Fernab von der Strenge, die man oft mit Metallskulpturen verbindet, strahlen die Kreationen des Pop-Skulptors Henri Iglésis Freude und Humor aus. Sie stehen ganz im Geiste der Pop Art. Sie scheinen direkt aus einem Kindheitstraum zu stammen, bereit, wie Luftballons aufzusteigen, in einem unsichtbaren Karneval zu tanzen. Die Figuren sind in zwei Standardgrößen erhältlich, 45 oder 70 cm hoch, können aber auch in Sondergrößen von über einem Meter angefertigt werden. Auf einem Sockel oder einem Stiel (der dem kleinen Mann den Eindruck des Schwebens verleiht) präsentiert, lassen sie sich auch mit zwei oder drei kleinen Männern kombinieren. Der Künstler hat sogar eine Skulptur geschaffen, die eine Farandole bunter kleiner Männer in einem Kreis zeigt.


Doch hinter dieser Leichtigkeit verbirgt sich auch eine tiefere Botschaft. Diese einfachen, universellen Formen hinterfragen unsere Beziehung zum Körper, zur Identität und zum Gedächtnis. Der „Little Man“ wird zu einem Symbol für Resilienz, wiederentdeckte Einfachheit und die Rückkehr zum Wesentlichen.


Einige Werke messen kaum zwanzig Zentimeter, andere über anderthalb Meter. Sie können im Wohnzimmer, auf einem Schreibtisch oder im Freien, in einem öffentlichen Garten oder am Eingang eines Unternehmens präsentiert werden. Jede Figur behält die gleiche Fähigkeit, den Betrachter zu berühren, unabhängig von Alter oder Kultur.


Wachsende Anerkennung


In den letzten Jahren gewinnt das Werk von Henri Iglésis zunehmend an Popularität. Präsentiert in mehreren französischen Galerien – darunter Class Art Biarritz – hat er private Sammler und Institutionen angezogen. Seine Werke sind in öffentlichen Räumen, Firmenhallen und internationalen Ausstellungen zu sehen.


Der Künstler schafft weiterhin in seinem Atelier im Süden Frankreichs, treu seinem Rohmaterial: Blech. Dort führt er seine formale Forschung fort, erkundet neue Volumen, neue Figuren, neue Emotionen – jedoch stets mit derselben Philosophie: „Mach Metall fröhlich.“


Skulptur des „Little Green Basque Man“ von Henri Iglésis
Skulptur des „Little Green Basque Man“ von Henri Iglésis

Zum Schluss: Der Atem eines Künstlers


Henri Iglésis formt nicht nur Blech. Er formt Luft, Spiel und den Moment. Durch seine Technik des geblasenen Blechs haucht er den Rohmaterialien eine überraschende Menschlichkeit ein. Seine „Little Men“, zugleich humorvoll und poetisch, sprechen uns an, als wollten sie uns daran erinnern, dass Kunst einfach, unmittelbar und vor allem zutiefst lebendig sein kann.

Sein Nachfolge ist bereits gesichert, da auch sein Sohn Kevin die Skulptur aus geblasenem Blech aufgenommen hat.


 
 
 

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