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BIOGRAFIE

Clément Covizzi, geboren in den 1980er-Jahren, wuchs in enger Verbindung zur Natur auf, die seine künstlerische Sensibilität tief prägte. Schon früh fühlte er sich von der Bildhauerei und der Keramik angezogen, entschied sich jedoch zunächst für einen Weg im Bereich Design und angewandte Kunst.

Während einer Reise nach Asien, bei der er die japanische Keramik und die Raku-Technik entdeckte, fand er schließlich seine eigene künstlerische Sprache. Fasziniert von der Philosophie des Wabi-Sabi – einer Ästhetik, die Unvollkommenheit, Vergänglichkeit und die Schönheit glücklicher Zufälle schätzt – beschloss er, diese in sein eigenes Universum zu übertragen: die Tierplastik.

Seit über einem Jahrzehnt entwickelt er ein kohärentes Werk, das in mehreren Galerien in Frankreich und im Ausland ausgestellt wurde. Seine Skulpturen befinden sich heute in privaten Sammlungen und begeistern sowohl Liebhaber zeitgenössischer Kunst als auch Keramik-Enthusiasten.

Von Beginn an wählte Covizzi das Tier als zentrales Motiv seiner Kunst. Weit entfernt von dekorativem Naturalismus bevorzugt er jedoch eine reduzierte, beinahe archetypische Formensprache. Seine Bären, Haie, Gorillas und Raubkatzen sind keine realistischen Darstellungen; sie verkörpern vielmehr Symbole, vitale Kräfte.

Jede Skulptur ist ein handgefertigtes Unikat und trägt zugleich rohe Animalität und eine Form von Innerlichkeit in sich. Sie wirken gleichzeitig vertraut und fern, als entstammten sie einem kollektiven Unbewussten. Covizzi beschreibt das Tier nicht – er offenbart dessen Essenz.

Um diese Vision umzusetzen, entschied sich der Künstler für ein anspruchsvolles Verfahren: Raku, eine japanische Technik, die im 16. Jahrhundert im Zusammenhang mit der Teezeremonie entstand. Anders als traditionelle Brennmethoden beruht Raku auf einem sehr schnellen Zyklus: Nach dem Hochbrand werden die noch glühenden Stücke aus dem Ofen genommen und in brennbare Materialien (Sägemehl, Blätter, Papier) gelegt. Der Temperaturschock erzeugt Risse, Oberflächenstrukturen und Farbkontraste, die jedes Werk einzigartig machen.

Diese Technik, die ebenso sehr vom handwerklichen Gestus wie vom Zufall abhängt, verleiht jedem Stück absolute Einzigartigkeit. Keine zwei Skulpturen von Covizzi gleichen einander: Manche zeigen feine schwarze Aderungen, andere kupferfarbene Reflexe oder matte weiße Partien.

Für Covizzi ist dieser Aspekt der Unvorhersehbarkeit wesentlich:

„Der Raku-Prozess ist eine Lektion in Demut. Wir formen die Gestalt, wir kontrollieren den Brand, doch im Moment des Räucherns entscheidet das Feuer. Das Material bewahrt die Erinnerung an diesen Augenblick. Die Tiere, die ich forme, werden so zu Zeugen einer Verwandlung – beinahe einer Metamorphose.“

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